Daniel Hope
Der britische Geiger Daniel Hope ist berühmt für seine Musikalität und Vielseitigkeit. Die New York Times schrieb über Hope: „Man weiß nie, was der brillante [...] britische Geiger Daniel Hope, der für seine mutigen Aufführungen zeitgenössischer Musik gefeiert wird, als Nächstes tun wird. Er hat mit Schauspielern bei Werken zusammengearbeitet, die Text und Musik verbinden, er hat sich indischer Musik und dem Jazz gewidmet er spielt mit [...] bedingungsloser Intensität.“ Die Sonntagszeitung The Observer nannte Hope „den aufregendsten britischen Streicher seit Jacqueline du Pré“.
Aber nicht nur als gefeierter Solist, als Kammermusiker mit dem Beaux Arts Trio oder in Crossover-Projekten mit Sting begeistert der kommunikationsfreudige Geiger sein Publikum, sondern auch als Fernsehmoderator, Buchautor oder Produzent von Konzeptkonzerten an der Schnittstelle von Musik, Geschichte und Politik.
Kommunikation mit und für die Musik ist ein Schlüsselbegriff für Daniel Hope und gesellschaftliches Engagement ist gleichermaßen eine Herzensangelegenheit, ob in Zusammenarbeit mit der Freya-von-Moltke-Stiftung, Yehudi Menuhins Live-Music-Now-Stiftung oder mit Amnesty International.
Im März 2011 erschien als neues Album bei der Deutschen Grammophon: „The Romantic Violinist“, eine Hommage an einen der bedeutendsten Geiger des 19. Jahrhunderts, Joseph Joachim. Hope spielt neben dem 1. Bruch-Violinkonzert kammermusikalische Werke von Joachim und dessen Komponistenfreunden Brahms, Clara Schumann und Dvorak. Begleitet wird er vom Royal Stockholm Philharmonic Orchestra unter Sakari Oramo sowie von Anne Sofie von Otter, Sebastian Knauer und Bengt Forsberg. Zeitgleich wurde sein drittes Buch bei Rowohlt veröffentlicht, diesmal zum Thema Pannen und Katastrophen rund ums Konzert mit dem Titel „Toi, toi, toi“.
Für seine inzwischen mehr als 20 Aufnahmen erhielt er Auszeichnungen wie den Classical Brit Award, den Deutschen Schallplattenpreis, den belgischen Prix Caecilia und den französischen Diapason d’Or. Hope wurde bisher sechsmal für einen Grammy nominiert und fünfmal mit dem ECHO-Klassik ausgezeichnet. Die 2004 veröffentlichte, preisgekrönte Aufnahme von Bergs Violinkonzert wählte das Gramophone Magazine 2010 zur „top choice of all available recordings“. Seit 2007 ist Daniel Hope Exklusivkünstler der Deutschen Grammophon.
Er arbeitet mit Dirigenten wie Vladimir Fedosseyev, Rafael Frühbeck de Burgos, Hans Graf, Daniel Harding, Thomas Hengelbrock, Eliahu Inbal, Kurt Masur, Lord Yehudi Menuhin, Kent Nagano, Sir Roger Norrington, Sakari Oramo, Michel Plasson, Mstislaw Rostropowitsch, Jeffrey Tate und Christian Thielemann. Er tritt regelmäßig mit den renommiertesten Orchestern auf, besonders zu nennen sind Orchester wie Israel Philharmonic, Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, Staatskapelle Dresden, Gewandhausorchester Leipzig, Münchner Philharmoniker, Radio-Sinfonieorchester Wien, Orchestre National de France, City of Birmingham Symphony Orchestra, BBC Philharmonic, BBC Symphony, Philharmonia Orchestra, Royal Philharmonic, Radio-Sinfonieorchester Moskau, Oslo Philharmonic sowie die Symphonieorchester von Atlanta, Boston, Chicago und Toronto. Hope leitet häufig Kammerorchester von der Geige aus, so das Chamber Orchestra of Europa, die Camerata Salzburg, das Kammerorchester Basel und das auf Originalinstrumenten spielende Ensemble Concerto Köln.
Er hat in allen bedeutenden Konzertsälen der Welt gespielt, u.a. in der Berliner Philharmonie, dem Leipziger Gewandhaus, dem Théâtre des Champs-Elysées in Paris, dem Amsterdamer Concertgebouw sowie in London im Barbican Centre, in der Wigmore Hall, in der Queen Elizabeth Hall und der Royal Albert Hall, im Teatro Colón in Buenos Aires und in der Carnegie Hall.
Zu den Festivals, bei denen Hope bisher aufgetreten ist, zählen die Salzburger Festspiele, BBC Proms, Luzern, Tanglewood, Ravinia, Colmar, Schleswig-Holstein, Vail (USA), Feldkirch, Gstaad, Bath, Rheingau, Mecklenburg-Vorpommern (u.a. 2006 als erster „Preisträger in Residence“ des Festivals), Schubertiade Schwarzenberg, Klangbogen-Festival in Wien, Spannungen-Festival Heimbach und Carinthischer Sommer. Unter seinen Kammermusik-Partnern befinden sich Thomas Adès, Leif Ove Andsnes, Yuri Bashmet, Kristian Bezuidenhout, Hélène Grimaud, Lynn Harrell, Sebastian Knauer, Katja und Marielle Labèque, Anne Sofie von Otter, Mark Padmore, Menahem Pressler, Tabea Zimmermann und das Emerson String Quartet. Er arbeitet mit Musikern verschiedenster Genres zusammen, wie mit den Sängern Sting und Bobby McFerrin, dem Tablaspieler Zakir Hussain, dem Kontrabassisten Edgar Meyer und dem Jazzpianisten Uri Caine.
Daniel Hope besuchte die Highgate School in London und studierte bei dem russischen Pädagogen Zakhar Bron an der Royal Academy of Music, wo er sein Diplom (DipRAM) machte und als besondere Auszeichnung zum Associate (ARAM) und Fellow (FRAM) ernannt wurde. Im Alter von zehn Jahren spielte er mit dem Kontrabassisten Gary Karr im britischen Fernsehen ein Werk von Schostakowitsch. Im Jahr darauf lud ihn Yehudi Menuhin ein, gemeinsam die Bartók-Duos für das deutsche Fernsehen aufzuführen. Dies war der Beginn einer langjährigen musikalischen Partnerschaft mit mehr als 60 gemeinsamen Konzerten, darunter auch Menuhins letztes Konzert am 7. März 1999 in Düsseldorf, bei dem Hope unter seiner Leitung das Violinkonzert von Schnittke spielte.
Im April 2002 wurde Daniel Hope das jüngste Mitglied in der Geschichte des legendären Beaux Arts Trios, mit dem er in allen europäischen und nordamerikanischen Musikzentren auftrat und 2005 den 50. Geburtstag des Ensembles feierte. Der Boston Globe bezeichnete die Formation als: „vielleicht stärkste in der Geschichte des Trios“. Nach über 400 Konzerten in seiner letzten Formation zog sich das Trio im September 2008 aus dem Konzertleben zurück.
Sein Engagement für zeitgenössische Musik brachte Daniel Hope in engen Kontakt zu bedeutenden Komponisten wie Sofia Gubaidulina, HK Gruber, György Kurtág, Krzysztof Penderecki, Alfred Schnittke, Marc-Anthony Turnage und Toru Takemitsu. So konzipierte er 1994 zusammen mit Schnittke das Festival „Schnittke at 60“ an der Royal Academy of Music in London. Im April 1995 erarbeitete er mit Takemitsu die Aufnahme seines Violinkonzerts „Nostalghia“, 2003 spielte er auf der Londoner South Bank die Uraufführung von Schnittkes neu entdeckter Sonate von 1955. Zu den von Daniel Hope in Auftrag gegebenen Werken gehören das Violinkonzert „Ballad of Ariel“ von Jan Müller-Wieland (UA 2002 in Berlin), ein Stück des britischen Komponisten Huw Watkins und - für das Beaux Arts Trio - Klaviertrios von György Kurtág, Mark-Anthony Turnage, Uri Caine und Jan Müller-Wieland. Dazu kamen Uraufführungen des Violinkonzerts „Abraham“ von Roxanna Panufnik (UA 2005) und des Trios „Celeste“ für Violine, Schlagzeug und Klavier von und mit dem Police-Schlagzeuger Stewart Copeland (UA 2008 beim Savannah Festival). 2011 wird Daniel Hope das von ihm in Auftrag gegebene „War Concerto“ von Bechara El-Khoury uraufführen. Die Uraufführung findet bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern statt, begleitet wird er vom NDR Sinfonie Orchester.
Einen Teil seiner Zeit widmet Daniel Hope themenbezogenen Projekten. Aus der engen Zusammenarbeit mit dem Schauspieler Klaus Maria Brandauer ging eine Reihe außerordentlich erfolgreicher Projekte hervor, beispielsweise „War and Pieces“ und „Mozart Unplugged!“; andere Veranstaltungen mit Texten und Musik von Hope waren „An Audience with Beethoven“ mit Mia Farrow sowie Kammermusik und Gedichte aus dem Konzentrationslager Theresienstadt unter dem Titel „Forbidden Music“. Im November 2008 produzierte Daniel Hope im ehemaligen Flughafen Tempelhof ein Benefizkonzert zum Gedenken an den 70. Jahrestag der Reichspogromnacht unter dem Motto „Tu was!“. Klaus Maria Brandauer, Thomas Quasthoff, Max Raabe, die Band Polarkreis 18 und viele andere Künstler nahmen daran teil. Daniel Hope realisierte im August 2010 sein zweites „Tu was!”-Konzert, diesmal bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern zum Thema Klimawandel. Im Januar 2010 spielte Daniel Hope im Plenarsaal des Deutschen Bundestages im Berliner Reichstagsgebäude auf Einladung des Bundestagspräsidenten im Rahmen der Gedenkstunde an die Opfer des Nationalsozialismus eine eigens von ihm arrangierte Bearbeitung von Maurice Ravels Lied „Kaddish“ in Anwesenheit des israelischen Staatspräsidenten Shimon Peres, von Bundespräsident Horst Köhler und Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Hope ist auch ein gefragter Rundfunk- und Fernsehmoderator, zuletzt bei der ARTE Lounge und bei der Sendung „Die schönsten Opern aller Zeiten“, die europaweit von über 1 Million Zuschauern auf 3sat und dem ZDF Theaterkanal gesehen wurde.
Seine Bücher erscheinen im Rowohlt-Verlag. Nach „Familienstücke - eine familiäre Spurensuche“ (2007) kam: „Wann darf ich klatschen? Ein Wegweiser für Konzertgänger“ (2009) auf den Markt. Beide Bücher schafften es auf die „Spiegel“-Bestseller-Liste.
Seit 2011 ist Daniel Hope Künstlerischer Direktor der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern und weiterhin - seit 2004 - Associate Artistic Director des Savannah Music Festivals in den USA.
Daniel Hope spielt die 1742 ex-Lipinski Guarneri del Gesù, zur Verfügung gestellt von einer anonymen Familie aus Deutschland.
http://www.facebook.com/daniel.hope.page
http://www.SavannahMusicFestival.org
Konzert am 5. September mit Tatjana Vassiljeva, Patrick Messina und Nicolas Stavy
